Stralsunder BacksteingotikAls einst sehr bedeutende Wirtschaftsmacht wollte man in Stralsund natürlich auch Symbole setzen. So dominieren backsteingotische Prachtbauten das Stralsunder Stadtbild. Ein berühmte Ensemble ist das Stralsunder Rathaus, mit seiner Schaufassade aus dem 14. Jhd, und die Kirche St. Nikolai aus dem 13. Jahrhundert. Hier war einst der zentrale Handelsplatz der Stadt. In der Innenpassage des Rathauses befanden sich 40 Läden, in der Kirche wurde gehandelt und getagt und Gottesdienste abgehalten.St. Nikolai überrascht beim Eintreten auch mit seiner Leichtigkeit und Detailverliebtheit. Die Ausstattung erinnert an ein Schiff, die Kirche öffnet sich nach oben und lenkt den Blick himmelwärts. Über 56 Altäre erzählen sodann von der Stadt, den Menschen und Gott. Im zweiten Weltkrieg wurde die Kirche schwer beschädigt und im Hochaltar klaffte lange ein Loch durch ein fehlendes Kruzifix. Dieses wurde ende der 1990er Jahre durch ein modernes Kruzifix aus Kupfer ersetzt. Dieses Kreuz ragt heute dreidimensional aus dem Altarbild heraus. Jesus kommt den Menschen entgegen. Für die moderne Variante hat man sich bewußt entschieden - und somit gegen eine originalgetreue Restaurierung. Man will auf das Leid des Krieges und seinen Folgen hinweisen. Ein Leid das die Stadt Stralsund sehr gut kennt.Das zweite dominante Bild in der Stralsunder Stadtsilhouette ist die Marienkirche am Neuen Markt. St. Marien wurde Ende des 13. Jhd erstmalig erwähnt und zählt auch zu den Stralsunder Backsteinbauten. Vom begehbaren Tum herunter haben sie einen fazinierenden Blick über die Stralsunder Altstadt.Auch ist St. Marien die einzigste Kirche aus der Hansezeit in der die einst bekannte “Lübecker Nachtmusik” noch gespielt werden kann.Bei diesem einzigartigen Musikereignis schwingen die Töne von den Musikern - die auf Empore und Seitenbalkone verteilt sind - durch das Kirchenschiff und nehmen den Zuhörer mit auf eine faszinierende Reise. Stralsund - Maritime Macht